Am morgen ging es dann los. Unser Transit zum Bahnhof stecke im Verkehr fest. Er sei aber in knappen anderthalb Stunden da, wir sollten uns also keine Sorgen machen. Gut, solange der Zugführer auch mit von der Partie war und er nichts dagegen hatte, eine halbe Stunde auf uns zu warten, hätte es auch keinen Grund zur Sorge gegeben. Da die Kommunikation in diesem Punkt aber weit hinter der Beschreibung "dürftig" zurück lag, wurde gehandelt, anstatt auf die stete Pünktlichkeit oder - positiv formuliert - die passive Kulanz der Bahn zu vertrauen.
Wir quetschten uns also in eine Motorrikscha, zahlten trotz Handeln einen viel zu hohen Preis, waren dafür aber pünktlich am Bahnhof, genauso wie unser Zug.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten (mit uns im Abteil: eine Inderin, eine Maus "süß", eine ungezählte Anzahl an Kleintieren von Ameise bis walnuss-große Schabe "Iieeh!"), ging es daran die Zeit zu überbrücken. Obwohl der Wagen für eine Nachtfahrt recht komfortabel ist, fühlt man sich am Tag wie in Beugehaft. Die Fenster lassen nur den Umstand erkennen, ob es draußen hell oder dunkel ist, ansonsten durchflutet Neonlicht das Abteil. Bewegen ist auch nicht groß drin, da die Abteile recht eng geschnitten sind und am Anfang und Ende des Waggons die Toilette ein unglaubliches olfaktorisches Erlebnis bietet, das mit der Zeit nur intensiver, aber keinesfalls besser wird.
Nach fünf Stunden und dem gesamten (anteiligen, na vielleicht auch ein bisschen mehr) Keksvorrat, führte die "fast" ruckelfreie Fahrt (da nehmen sich Schiene und Straße fast nichts, nur dass der Zug nicht entsprechend langsamer fährt) dann zu einer ausgedehnten Übelkeit, die ich, während zumindest Eva schlafen konnte, ausgiebig zelebrierte - mit noch mehr Keksen. Das Ergebnis ähnelte dem Zustand der Toilette: es wurde nicht besser, nur ungleich intensiver.
Am Ende war ich froh, dass der Zug das Ziel pünktlich um 5 Uhr erreichte.


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