Dienstag, 15. November 2011

36. Tag

Nur wenig verdeutlicht die Sucht der Selbstdarstellung der Shanghaier so, wie der Pudel mit rosa Stummel (Schweif wäre übertrieben und Schwanz in diesem Fall... naja, nicht eindeutig - in jedem Fall: der Rest ist weiß) mit Mütze, Strickjacke, Socken UND Schuhen - würde er nicht dauernd abfallen, würde der Hund (es ist und bleibt ja einer) wahrscheinlich noch ein passendes Bärtchen tragen. Natürlich gibt es die riesen Wolkenkratzer (neben dem Jin Mao Tower und dem World Financial Centre wird gerade ein dritter, noch höherer Bau aus dem Boden getrieben), die neben der Höhe vor allem durch die schiere Anzahl beeindrucken, die nächtliche Lichtershow, die Markenversessenheit der Bewohner und die totale Kontrolle von Verkehr und öffentlichen Leben.

Doch gerade der Pudel zeigt, wie gut das alles zusammenpasst. Die Socken. Die Schuhe. Das Mäntelchen. Der Pudel.

Aber es glitzert und blinkt und sieht toll aus - insbesondere bei Nacht. Alle Gebäude an der Prachtstraße leuchten, ach, die ganze Straße ist illuminiert. Selbst die Bäume und Grasflächen, die Brücken und Kreuzungen. Ja, sogar der Asphalt scheint zu schimmern.

Von der Bar Rouge konnte man dann das ganze Panorama bewundern: eine Stadt die niemals schläft - und wenn, dann vergisst sie zumindest regelmäßig, das Licht auszumachen.

Übrigens: nachdem das Stäbchenessen mich anfangs daran hinderte, mich an dem leckeren Gerichten regelmäßig zu überfressen (zumindest ohne die Hälfte auf Kleidung, Tisch und im Getränk zu verlieren), funktioniert es nun immer besser, das Stäbchenessen.

Indessen hält sich die Erkältung hartnäckig. Bei Eva scheint sie sogar noch einmal richtig um sich zu schlagen.

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