Da wir noch etwas warme Kleidung brauchten, ging es nach einem kurzen Aufenthalt bei der Polizei (wo ein Pikachu in Uniform erneut die Pässe kontrollierte - und uns letztendlich unseren Aufenthalt genehmigte) zum Markt. Neben Kleidung von Deisel, Abicas und Ray Bo erinnerte hier vieles an die Basare von Indien, vor allem das Handeln. Ähnlich wie dort wurde hier mit allem argumentiert, was gerade noch Sinn machte (im ersten Geschäft sah es kurz danach aus, als wollte der Verkäufer weinen, schlagen und fluchen gleichzeitig - ein gutes Zeichen, dass man nahe am richtigen Preis ist, wenn auch sehr theatralisch und hier fast beängstigend). Dabei bringt einem jeder Schritt zur Ladentür ungefähr zehn Prozent näher zum Wunschpreis. Ein Vorteil, den man in Indien nicht hatte - es gab schließlich keine Tür. Natürlich hängt damit der Verhandlungsspielraum in einem kritischen Verhältnis von der Entfernung zur Ladentür ab - wenn einem sonst kein Argument blieb.
Das Abendessen erforderte dann volle Konzentration. Stäbchen. Bei den Chinesen sieht das so elegant aus. Bei mir sorgt es nur für zahlreiche Flecken auf der Tischdecke und ebensovielen schmunzelnden Kellnern. Doch das Spektakel fand seinen Höhepunkt im Akt puren Mitleids durch einen Kellner, als Eva versuchte, Fleisch mit Stäbchen zu - naja, wie will man es nennen - schneiden. Er brachte uns Messer und Gabel (danke Herr Kellner, ein scharfes Stäbchen hätte es auch getan). Umso beharrlicher wurde das Schnitzel mit dem Stäbchen bearbeitet und - irgendwie - in zwei Teile gebracht. Man darf sich nun selber ausmalen, wie lange es dauern kann, bis da der letzte Bissen im Mund ist. Warm ist der nicht mehr.


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