Der Monat ging schnell rum und ich denke, es dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass wir viel erlebt haben. Dazu gehört nicht nur die schöne Landschaft, der Ritt auf dem Kamel oder der Blick aufs Taj Mahal. Dazu gehören auch oder gerade vor allem die Eindrücke zwischen den Zeilen: der Rikschafahrer im Rinnstein, die Kartoffeln im Reis oder auch der Kärcher auf dem Klo (Papier ist hier eine Seltenheit und wenn überhaupt nur einlagig und unstrukturiert). Es ist nicht der einzelne Eindruck, der das Bild - mein Bild - von Indien zeichnet. Es ist vielmehr ein Mosaik, nein, ein Poutpurri aus einzelnen Teilen. In der Beschreibung läuft man also Gefahr, vieles zu Unterschlagen; ganz zu schweigen von dem was man nicht beschreiben kann (U-Bahn fahren in Delhi, Multifruchtmarmelade und der Kanon aus dem Rachen verschnupfter Inder - da wünscht man sich einen besonders lauten penetranten Rikschafahrer). Um es kurz zu sagen, es fehlt der kulturelle Kontext, der sich durch die Vorbelastung in Form des westlichen Kulturgutes nur nach und nach erschließt. Ich will damit nicht sagen, dass wir diesen nun begriffen hätten und schon gar nicht, dass ich oder wir ihn unheimlich schön finden würden (schön im Sinne von "hübsch", nicht schön im Sinne von "interessant"). Allerdings will ich sagen, dass es sich lohnt, sich eine Reise hierhin einmal an zu tun, sei es wegen der Menschen, der Kultur oder der Landschaft - Indien hat tausende Gesichter. Deshalb werden auch wir wiederkommen.
Auf Wiedersehen, Delhi, auf Wiedersehen Indien. Dhanyavad, oh, nein, ich meinte Shukriya!

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