Mittwoch, 9. November 2011

30. Tag

Shopping Teil zwei. Heute waren Delhis Malls und Markets dran. Grundsätzlich stellen sie, ähnlich wie die Ost-Indien-Kompanie in der Vergangenheit, einen Brückenkopf der westlichen Kultur dar. Das merkt man zuerst daran, wie stark besucht diese sind (in der Regel halten sich mehr Angestellte im Laden auf als Kunden. Nicht selten beträgt das Verhältnis fünf zu eins, gerne aber auch mehr). Es kommt also durchaus vor, dass man, wenn man die Ladentür öffnet, die Belegschaft aus einem kollektiven Nickerchen reißt. Dann ist man jedoch im Besitz der vollständigen Aufmerksamkeit und fühlt sich wie im Zoo, nur sitzt man diesmal auf der Affeninsel und nicht davor.

Anders als auf den Basaren ist der gemeine Verkäufer hier weniger aufdringlich (gibt es passive Aufdringlichkeit?). Was aber mitunter auch so verstanden werden könnte, als wollte er gar keine Kunden im Laden, sondern sein Revier durch unverblümtes starren und beharrliches hinterherhuschen von selbigen rein halten.

An der Kasse scheint sich dann der scheinbare Personalüberschuss zu erklären: hinter der Kasse steht ein Dutzend Verkäufer, die damit beschäftigt sind, bei einer Frau zu kassieren. Eva versucht es an einer freien Kasse, woraufhin sie gebeten wird, sich in der Reihe anzustellen (kurz zur Arbeitsteilung: einer kassiert, einer packt ein und zehn Leute gucken zu. Ein ähnliches Spiel ergab sich später bei Mcs. Entweder handelt es sich hier also um eine Ausbildungsoffensive oder es gibt dort auch sowas wie "nimm-fünf-zahl-vier"). Gemacht getan, und zehn Minuten später war sie dann auch dran.

Jetzt sind wir wieder im Hotel und beginnen damit, die Koffer zu packen. Morgen beginnt dann der letzte Tag in Indien - bevor es dann weiter nach China geht.

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