Im Restaurant angekommen begrüßte uns zuerst der Turban tragende Türsteher (die Turbane der Sikhs sind großartig. Sie verleihen einem automatisch mehr Würde. Egal was der Träger tut - Fenster putzen, Türen halten, lächeln - alles erhält sogleich eine Portion mehr Grazie, wenn man es mit Turban tut). Das Ambiente war wirklich schön, so schön, dass man bemüht war, die Nasen der Gäste alle paar Minuten mit einer ordentlichen Ladung Raumdufterfrischer im Ventilator bei Laune zu halten (für mich eine Spur zu überambitioniert). Der nationale Teil der Karte wurde denn großzügig überflogen - Spaghetti Bolognese und russischer Salat sollten es sein. Zumindest die im Fleischsoßen-See schwimmenden Nudelstummel ließen die Intention des Maître de Cuisine erkennen - anders beim Salat. Hier erinnerten nur bunte Punkte daran, dass der Berg Mayonnaise nicht alleine auf dem Teller war, sondern, wenn nicht Smarties, so doch wenigstens stückweise kleine Gemüseschnipsel in ihm lungerten (mhm, "wabberten" trifft es eher).
Aber wir hatten schon schlimmeres gesehen (und außerdem Hunger) und nahmen die Herausforderung an. Hätten wir besser nicht. Neben den am Ende doch gesalzenen Preisen suchte der russische Salat den kürzesten Weg nach draußen. Er fand ihn relativ schnell und handelte entschlossen. Die Bolognese ließ sich damit noch ein bisschen Zeit und forderte von Eva erst mitten in der Nacht Genugtuung, die sich dann bis in den Nachmittag hinein zog.
Der Ausblick des Tages beschränkte sich so im wesentlichen auf die Zimmerdecke und sämtliche Keramik. Es kann nur besser werden - morgen, in Delhi.
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