Montag, 14. November 2011

35. Tag

Der vierte Tag in China fing an, wie der dritte endete. Mit Mucolsolvan und heißem Tee. Es dauerte ein wenig (drei Stunden und vier Kaffee), ehe der Kreislauf in Schwung kam und wir in der Lage waren, die Stadt weiter zu erkunden.

Shanghai selbst sieht aus wie geleckt. Kein Müll, keine Obdachlosen, keine Tiere auf der Straße und schon gar nicht im Verkehr. Betritt man den wohl bekanntesten Teil der Stadt - Pudong -, ahnt man, woran das liegen könnte. Kaum ein Gebäude ist älter als zwanzig Jahre - und kleiner als der Kölner Dom. Wir mussten demzufolge darauf achten, die Kinnlade zwischenzeitlich auch mal wieder hochzuklappen, um mitsamt der laufenden Nase nicht wie völlig grenzdebile Westeuropäer zu wirken.

Dabei bietet Shanghai tatsächlich bauliche Superlative. Dazu gehören neben den Wolkenkratzern auch das U-Bahn- und Straßennetz. Nicht selten gibt es hier Autobahnbrücken über Autobahnbrücken über Autobahnbrücken und das ganze auch noch achtspurig.

Nach Indien ist dies ein eher unerwartetes Kontrastprogramm. Der Verkehr läuft wie man sich vorstellt, dass ein Verkehr laufen sollte (die rote Ampel wird also nur mitgenommen, wenn kein Verkehrspolizist anwesend ist und die Straße hinreichend frei ist. Wobei "frei" selten "leer" bedeutet), der Müll wird nicht mitten in der Stadt in kleinen Haufen verbrannt (wahrscheinlich ist es ein großer Haufen - bei 22 Millionen Einwohnern vielleicht auch zwei oder drei - und wahrscheinlich befindet er sich auch außerhalb der Stadt. Relativ sicher wird er aber auch hier zum größten Teil verbrannt) und nicht jeder, der einen angrinst will Geld oder ist ein Kind (auch hier ist der Anteil noch recht hoch. Man schafft es aber auch durchaus hundert Meter zu Fuß ohne Bauchladenbesitzer).

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