Freitag, 18. November 2011

39. Tag

Der Shanghaier ist nicht um seine Fassung zu bringen. Egal was passiert, sie sitzt und wackelt nicht ein Stück. Man möchte fast meinen, die Shanghaier seien skrupellos - zumindest wenn es darum geht, in der Mode Trends zu setzen (jeder hat mal irgendwo angefangen, nur hier wird anscheinend nicht in den Spiegel geguckt). Was anfangs aussieht wie ein perfekt geputztes Brillenglas, entpuppt sich auf den zweiten Blick als, naja, eben kein Brillenglas. Die Brillenfassung sitzt nackt auf der Nase und heraus schauen zwei Augen, die im Selbstverständnis dieser modischen Praxis weiter geradeaus stieren - eine Sonnenbrille, wahrscheinlich.

Nun ist dies bei weitem nicht die einzige gewöhnungsbedürftige Gewohnheit der Chinesen (oder zumindest der Shanghaier Chinesen). Gerne wird bei Tisch geraucht und telefoniert. In Kombination nicht selten zulasten des Essens vom Tischnachbarn. Wird es zu warm, darf auch gerne mal ein bisschen Luft gemacht werden. So trifft man ab und zu einen nackten Chinesen im Restaurant - der raucht und telefoniert.

Wohlgemerkt, der Chinese liebt das Essen und es ist zudem fast alles frisch und von Hand gemacht (auf die Hand bzw. die Hände wird hier stark geachtet. Es gibt sogar ein Scoring-System für die Hygiene der Restaurants).

So. Aber genug der Esskultur. Wir starten nun in unser letztes Wochenende und senden viele Grüße aus Shanghai - Zaijian!

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