Am Nachmittag haben wir dann aber doch zugeschlagen und mit der Fahrradrikscha eine neue Stufe in der Hierarchie des indischen Verkehrs betreten (Stufen führen ja bekanntlich nicht nur nach oben). Es ist eine sehr direkte Art, mit dem Verkehr in Kontakt zu kommen - oft nicht mehr als eine Hand breit - und erst recht, wenn den Fahrer der Ehrgeiz packt und er auf der rechten Spur der Schnellstraße alles gibt. Ich weiß nicht, ob man das Freude nennt, was man fühlt, wenn die Fahrt dann zuende ist und man in einem Stück mit beiden Beinen auf der Erde steht - es fühlte sich in jedem Fall sehr gut an.
Ein bisschen was zur Stadt: es handelt sich um eine heilige Stadt der Sikh (leicht erkennbar an ihrem Turban, der im Unterschied zum üblichen Turban aber meist sehr eng gewickelt ist. Ihrem Glauben nach müssen sie auch stets ein silbernes Schwert mit sich tragen. Der tägliche Kompromis scheint in einem Buttermesser mit Halfter zu bestehen). Heiligster Bestandteil ist ein goldener Tempel, der als ursprüngliche Wirkungsstätte des Gurus diente. Hier wird gebetet und gewaschen, was das Zeug hält (hätte er damals gewusst, was er da für ne Welle lostritt, hätte er den Tempel vielleicht größer gebaut). Die Warteschlangen für den Hauptschrein sahen so aus wie bei Aldi Samstag um Mittag - mit nur einer besetzten Kasse.
Vielmehr gibt es hier nicht, weshalb wir auch schon morgen weiter nach Delhi fahren.


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