Montag, 21. November 2011

Ankunft in London

Bisher sieht es gut aus. Nach Thor, Planet der Affen, Capitan America, diversen Serien, 12 Levels Caveman und unzähligen Partien Space Invasion (mein Handgelenk schmerzt, aber mein kleiner chinesischer Sitznachbar war beeindruckt - nur in Multiplayer-Tetris war er besser), liegt der Flug von Shanghai jetzt hinter uns und vor uns die Flugzeugmegalopolis Heathrow (gedankt sei Kone und Krupp für die Rolltreppendinger ohne Treppe drin - Gangbeschleuniger?).

Sonntag, 20. November 2011

Am Flughafen

41. Tag

Nachdem der Kater einigermaßen gezähmt war, wollten wir heute mal richtig was offiziell kulturelles erleben und den China Pavillon der Expo besuchen. Am Gelände angekommen wogte schon die Menge um uns (nicht um uns persönlich und eigentlich wogte die Masse nicht - sie quetschte sich). Vorbei an den Kamerapfeilern (die es in der ganzen Stadt gibt. Es ist praktisch kein Zentimeter von Shanghai ungefilmt - wenn er nicht durch einen Schutzmann bewacht ist. Oder beides) freuten wir uns schon, da niemand in der Schlange stand und es sich daher um eine überschaubare Wartezeit handeln musste. Dass es für die Leere eventuell noch eine zweite - unter Umständen vielleicht sogar wahrscheinlichere - Erklärung geben könnte, kam für uns nicht in Betracht. Als dann aber tatsächlich keiner im Kassenhäuschen saß, wurde uns klar, dass wir den Pavillon heute nur von außen sehen würden.

So verbummelten wir den Tag - der letzte Tag vor dem Abflug. Die Reise geht heute zu Ende. Erst jetzt merkt man, wie lang die Strecke ist, die man zurückgelegt hat. Indien scheint schon ein ganzes Stück weit weg und an die Stäbchen beim Essen haben wir uns gerade erst gewöhnt.

Jetzt heißt es packen und Abschied nehmen - nach nunmehr anderthalb Monaten Rumtreiberei.

Vieles werden wir in Erinnerung behalten und vieles wird auch vergessen werden. Aber im Moment freuen wir uns auf die Heimat (und ich persönlich auf Graubrot mit Käse) und auf ein Wiedersehen mit euch. Bis dahin alles Gute - Eva und Julian

40. Tag

Auch wenn ich Gefahr laufe, mich zu wiederholen, aber auch der heutige Eintrag dreht sich vor allem um eins: das Essen. Tatsächlich ist es hier günstiger, Essen zu gehen, als selber zu kochen.

Nachdem wir zunächst meinen auf den Leib geschneiderten Mantel abgeholt hatten (vorausschauend wie die Chinesen sind, hatten sie an den entscheidenden Stellen noch ein wenig Luft gelassen), konnte es losgehen. Wir setzten uns also in die Metro und fuhren zum Japaner (in China. Der zudem nur von Chinesen betrieben wurde. Aber gut, man soll hier ja nicht alles auf die Goldwaage legen). Tepanjaki - kein einzelnes Gericht, sondern ein all-you-can-eat-and-drink stand auf dem Speiseplan. Vom marinierten Rinderfilet über Sushi bis zur flambierten Banane (von der Größe der Flamme hätte es auch ein flambiertes Gnu sein können) war alles dabei. Auch dabei war aber dann noch chinesisches Bier, chinesischer spanischer Wein (er schmeckte in der Tat so, wie er sich anhört) und Sake. Ich weiß also nicht mehr genau, ob der unruhige Magen nun durch die mit Käse überbackene Muschel oder den lauwarmen Reisschnaps verursacht ist.

Freitag, 18. November 2011

39. Tag

Der Shanghaier ist nicht um seine Fassung zu bringen. Egal was passiert, sie sitzt und wackelt nicht ein Stück. Man möchte fast meinen, die Shanghaier seien skrupellos - zumindest wenn es darum geht, in der Mode Trends zu setzen (jeder hat mal irgendwo angefangen, nur hier wird anscheinend nicht in den Spiegel geguckt). Was anfangs aussieht wie ein perfekt geputztes Brillenglas, entpuppt sich auf den zweiten Blick als, naja, eben kein Brillenglas. Die Brillenfassung sitzt nackt auf der Nase und heraus schauen zwei Augen, die im Selbstverständnis dieser modischen Praxis weiter geradeaus stieren - eine Sonnenbrille, wahrscheinlich.

Nun ist dies bei weitem nicht die einzige gewöhnungsbedürftige Gewohnheit der Chinesen (oder zumindest der Shanghaier Chinesen). Gerne wird bei Tisch geraucht und telefoniert. In Kombination nicht selten zulasten des Essens vom Tischnachbarn. Wird es zu warm, darf auch gerne mal ein bisschen Luft gemacht werden. So trifft man ab und zu einen nackten Chinesen im Restaurant - der raucht und telefoniert.

Wohlgemerkt, der Chinese liebt das Essen und es ist zudem fast alles frisch und von Hand gemacht (auf die Hand bzw. die Hände wird hier stark geachtet. Es gibt sogar ein Scoring-System für die Hygiene der Restaurants).

So. Aber genug der Esskultur. Wir starten nun in unser letztes Wochenende und senden viele Grüße aus Shanghai - Zaijian!

Donnerstag, 17. November 2011

38. Tag

Ein weiterer Tag in Shanghai neigt sich dem Ende zu. Während meine Erkältung in ihren letzten Zügen liegt und ich endlich Treppen steigen kann ohne am Ende Gefahr zu laufen, dass am oberen Treppenabsatz das Herz durch den Brustkorb schlägt, ist Eva noch gut angeschlagen und auch Burkhard geht es nicht sonderlich gut. Draußen grau und zugezogen gab es dazu heute schwüle Wärme in Höhe von 23 Grad - und wer sie nicht am Stück wollte, der hätte sie sicherlich auch schneiden können.

Beste Grundlage also für einen fast schon deutschen Herbsttag. Wäre da nicht der Schweiß in der Hose gewesen.

Die ganze Station schniefte und hustete so heute von Cafe zu Cafe - in der Hoffnung auf ein besseres Morgen.