Donnerstag, 20. Oktober 2011

Am zehnten Tag der Reise

Der Tag begann mit einem kontinentalem Frühstück, was hier soviel bedeutet, wie Toast plus Butter plus Multifruchtmarmelade (vorsichtshalber sind dort wirklich alle Früchte abgebildet - ähnlich undifferenziert schmeckt sie dann auch. Aber ist ja schließlich Marmelade und keine Konfitüre). Begleitet wird die knusprige Scheibe von Instant-Kaffee oder Chai, also schwarzem Tee. Der Instant-Kaffee läuft dem Tee übrigens den Rang als Lieblingsgetränk der Inder ab.

Nach diesem Mahl obsiegte die Neugier und wir suchten den Busch nach ein paar Exemplaren der hiesigen Fauna ab. Das Glück meinte es gut mit uns und wir fotografierten ein paar Äffchen beim Versuch Plastik zu essen (na, da lob ich mir doch die Multifruchtmarmelade). Die Einladung auf den morgendlichen Tee war flach gefallen, da schon alle arbeiten waren und wir praktisch vor verschlossenem Bretterverschlag standen. Der kleine Junge strahlte trotzdem über beide Ohren, als er uns wieder sah, er war der einzige, der nicht arbeitete, nicht zur Schule ging (das ging aus finanziellen Gründen nur für ein Kind der Familie) und somit den Schuppen vor was oder wem auch immer bewachte.

Am Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg nach Udaipur. Auf dem weg passierte ungewöhnliches. Nicht auf der Straße und auch nicht auf dem Feld, nein, am Himmel fand sich folgendes spektakuläres, wenn nicht gar dramatisches Ereignis: eine Wolke oder vielmehr die Andeutung einer solchen. Zur Erinnerung, wir haben hier immer noch passable 33 Grad und waren diesem Anblick seit unserem Abflug in Düsseldorf praktisch völlig entwöhnt. Entsprechend überschattet war unsere Ankunft.

Wir residieren hier in einem alten Haveli, was im deutschen in etwa einem alten Kaufmannshaus entspricht, dass man zum Hotel umgebaut hat. "Unser" Kaufmann hatte keine Platzprobleme (30 Zimmer), wohl aber Angst vor großen Badezimmern (Klo, Dusche und Waschbecken befinden sich quasi am selben Platz) und einer funktionierenden Klospülung. Naja, wir sind gespannt auf das hiesige kontinentale Frühstück (laut Karte gibt es lediglich Abweichungen in der kreativen Schreibweise von "jam" und "butter") und sagen bis bald und Tschüss!

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