Montag, 31. Oktober 2011

21. Tag

Die Hälfte der Zeit der Reise liegt nun hinter uns, in Indien beginnt sogar schon das letzte Drittel und damit die letzten zehn Tage. Eigentlich ist das ja unwesentlich, aber man merkt schon, wie schnell man sich an vieles gewöhnt oder zumindest gewisse Umstände akzeptiert: zum Beispiel der Verkehr, der eigentlich keiner ist, da "Verkehr" ja etwas Geregeltes suggeriert. Vielmehr müsste man von einem Mahlstrom sprechen, der täglich durch die Stadt bricht und sich seinen Weg bahnt. Das Leben läuft in Indien auf der Straße ab. Hier gibt es alles: Essen und Hunger, Kleidung und Elend, Neid und Leid - alles nur wenige Schritte von einander entfernt, wenn überhaupt.

Oder die Religion. Im Prinzip gibt es den Hinduismus, ja, aber auch wieder nicht wirklich DEN Hinduismus im Sinne von "dem einen Hinduismus". Hier darf wirklich jeder fröhlich drauf losglauben, die Jainisten, die Sikhs, die Zarathustra, aber auch die Muslime, Christen und Juden. Und das ganze relativ ungestört, wer hätte das gedacht?

Obendrein mündet alles in ungeheuren Kitsch. Keine Farbkombination zu schräg, kein Auto ohne Lametta und Bommeln, kaum ein Gottesabbild, das nicht mit Staniolpapier umwickelt, mit pinken und grünen blinkenden Lichterketten versehen und von orangen Blumen gekrönt ist. Selbst der best dekorierteste Weihnachtsbaum würde hier untergehen im Glanz von Chrom, Leuchtreklame und Saris.

In dem Sinne haben wir den Tag genutzt um nichts zu tun - die obligatorische Stadttour (zwei Tempel, ein Shop) zählt hier mal nicht, dass sind generell Kaffeefahrten. Statt Heizdecken bekommt man hier halt Teppiche, Marmor oder Teppiche angeboten (die Frage, warum man uns 5 Meter lange Teppiche anbietet blieb unbeantwortet - passt ja in jedes Handgepäck. Allerdings war man vorbereitet: es gab sie auch im Format von 5cm als ultrahübsche Glasuntersetzer oder als Geschenk für geschmacksfreie Verwandte und Freunde zuhause).

Ein Gruß aus dem Hotelzimmer!

20. Tag

Die Verspätung von gestern Abend hatte sich heute morgen auf komfortable fünf Stunden ausgeweitet. "express" scheint auch hier nicht für Geschwindigkeit zu stehen. Anders als in Deutschland wird einem aber nicht erzählt, dass der Zug verspätet ist (das ist es eigentlich immer) und vor allem um wie viel. So standen wir um 5 Uhr fertig gepackt im Gang. Zusammen mit sechs anderen Varanasi-Touristen. Flugs wurde eine Schaffner(ähnliche) Person gefunden, der jede halbe Stunde sagte, es dauert noch eine halbe Stunde (ach, hier fühlt man sich direkt heimisch). Letztendlich war der Zug jedoch recht komfortabel und die Fahrt recht angenehm. Zumindest anders, als wir es erwartet haben.

In Varanasi angekommen sind wir dann heute nur im Hotel geblieben. Denn hier gab es einen Pool. Und nicht nur das - man konnte sogar bis zum Grund gucken und es roch nach ausreichend Chlor. Fantastisch!

Nach einiger Zeit gesellte sich eine Bande Affen an den Pool. Das offene Hotelfenster war schnell gefunden und der Gast schnell um alles essbare gebracht - außerdem waren Multifruchtmarmelade und Zigaretten unter der Beute. Alleine die Filter werden den Betroffenen an diese Orgie erinnern (die Zigaretten wurden im Übrigen vor der Multifruchtmarmelade gegessen - manch einer mag das auf die komplizierte Verpackung schieben, ich nenne das mal vorsichtig "Geschmack").

Wir bestellen viele Grüße aus der Stadt am Ganges!

Samstag, 29. Oktober 2011

Tag 19

Das Taj Mahal. Von weitem sieht es tatsächlich so postkartenmäßig aus. Fast schon wie eine überdimensionale Fototapete, ist sie mit Sicherheit eins der imposantesten, wenn nicht DAS imposanteste und schönste Bauwerk, das wir in Indien gesehen haben. Da hat sich das frühe Aufstehen genauso gelohnt, wie der übertrieben hohe Eintritt. Wer allerdings meint, man wäre um 6 Uhr morgens alleine am bekanntesten Wahrzeichen Indiens, der irrt. Mindestens eine halbe Stunde Wartezeit und fünf Souvenir schwenkende Inder (pro Tourist) erwarten den Frühaufsteher.

Nach einem weiteren Fort am Nachmittag (kein Guide, keine Führung - mittlerweile sieht das eine eh aus wie das andere, und aus welcher Sedimentschicht das edle Mauerwerk stammt, ob mit oder ohne Kuhdung gezimmert, kann auf Dauer ja doch keiner behalten - selbst, wenn man ernsthaft wollte).

Danach haben wir - nicht ohne eine gewisse Wehmut - unseren Fahrer fahren lassen, also alleine. Ab heute geht es denn mit dem Zug weiter, Richtung Varanasi. Ankunft 4 Uhr 50. Bei der jetztigen Verspätung (Herr Grube wäre neidisch) ist allerdings mit einer ordentlichen Zeit von 8 Uhr zu rechnen. Also bis morgen, dann aus Varanasi.

Freitag, 28. Oktober 2011

Tag 18

Heute stand die letzte Etappe mit dem Auto an. 300 Kilometer nach Agra. 6 Stunden. Danach werden wir unseren Weg mit dem Zug fortsetzen. Auf dem Weg haben wir halt gemacht, um eine echte kulturelle Leistung der Inder zu bewundern - indische Süßigkeiten. Diese bestehen im Grunde aus Zucker oder Fett, oft auch beidem (zumindest soviel, dass die Hände nach dem Genuss kleben UND glänzen). Eine wahre Wucht sind die Teile, die aus eingekochter Milch bestehen. Dabei wird die Milch solange gekocht und mit Zucker angedickt, bis der Löffel stecken bleibt. Kein Vergleich zum deutschen Weihnachtsgebäck, aber konditortechnisch haben die Inder da bei mir echt Punkte machen können - bei Eva weniger.

Ansonsten lief die Fahrt recht normal ab. Ein Büffel hier, ein Affe da und auf der Mittelspur der Autobahn die schlafende Kuh oder ein Fahrradfahrer.

Während "Agra" den meisten wohl nicht viel sagen wird, wird es der Name eines Gebäudes in der Stadt umso mehr tun: das Taj Mahal. Gebaut für eine verstorbene Frau (wohlgemerkt: für die zweite Frau - tja, nicht jeder der zuerst kommt, mahlt zuerst), ist es das Gebäude, dass für jeden Indienurlauber zum Reiseplan gehört. Das weiß wohl auch der Portier, denn der Eintrittspreis für den Touristen beträgt mehr als das 37-fache dessen, was ein Inder zahlt (20 Rupien). Egal. Dafür stehen wir morgen früh um 5 auf, nur um dann um 6 da zu sein und ein Foto zu schießen, zurückzufahren und dann noch eine Stunde zu warten, ehe es Frühstück gibt. Hauptsache Foto.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

17. Tag

Der Tag begann um 5.20 mit dem fröhlichen Geleut des Weckers. Keine halbe Stunde später - der Snooze-Taste sei gedankt - ging dann auch das Licht an. Widerwillig (ob der Uhrzeit) und gleichzeitig voller Vorfreude auf Bären, Leoparden und Tiger, schälten wir uns aus den Betten und waren pünktlich um 6.15 an der Rezeption, den Fotoapparat im Anschlag. Als der Safaribus dann eine höfliche Dreiviertelstunde später eintraf (durchaus nett gemeint, aber das nächste mal sollte das besser kommuniziert werden, dann haben alle was davon), ging es endlich los Richtung Dschungel, Abenteuer, Großwildjagd - dachten wir. Tatsächlich jagden wir erst einmal vornehmlich einem hinterher, nämlich der Zeit. Nachdem wir nach einer weiteren Dreiviertelstunde alle weiteren Mit-Safarier aufgesammelt hatten, ging es dann auch tatsächlich los. Die Sonne ging auf und der Zeigefinger juckte. Drum ward die erste Hirschkuh auch gleich zwanzig mal fotografiert. Danach folgten Steine, Geröll, Büsche und Bäume. Eine herrliche Landschaft, aber kein Tiger. Dann wieder Hirschkühe. Diesmal nur ein Foto. Langweilig. Wir wurden dann zu einer Stelle mit drei Affen gefahren. Dort standen schon etliche weitere Jeeps und Kübelwagen (anscheinend ein allgemeiner Notnagel - auf die Affen ist halt Verlass). So blieb für ungefähr zehn Leute je ein Affe. Wahlweise auch eine Hirschkuh. Danach ging es zurück, wobei der Fahrer noch einmal nachdrücklich und eindrucksvoll unter Beweis stellte, wie schnell man mit dem ungefederten Kübelwagen über möglichst viele Schlaglöcher fahren kann. Ich freute mich schon auf die Multifruchtmarmelade zum Frühstück.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

16. Tag

In Indien steigt heute überall das Lichterfest. Na, fast überall. Während in den Städten der Bär steppt, befinden wir uns in der Pampa. Quasi in Indiens Hinterhof, kurz vor dem Nationalpark Ranthambore. Hier warten wir auf den nächsten Morgen, um dann um sechs Uhr (morgens) Tiger gucken zu fahren (die brennen bestimmt darauf, um diese Uhrzeit von Touristen aus offenen Bussen fotografiert zu werden; zumindest der Überraschungsmoment ist auf unserer Seite).

In der Zeit haben wir uns ein wenig vom Großstadtgeschehen erholt und die weitläufige Hotelanlage für den ein oder anderen Plausch genutzt. So mit unserem Fahrer über das Kastensystem (eine Hochzeit kostet hier umgerechnet 100.000 Euro und der Brautvater zahlt. Hat dieser mehrere Töchter, werden die Hochzeiten oftmals zusammengelegt. Dies führt dazu, dass der Bräutigam wechseln kann, da neben dem finanziellen auch das astronomische Bild stimmen muss. Für Liebe ist da nun beim besten Willen kein Platz mehr) und mit einem indischen Studenten über Hitler (es soll nicht der Eindruck entstehen, wir wollten hier Abwechslung um jeden Preis - er hat angefangen).

Bis morgen in alles Frühe!

Dienstag, 25. Oktober 2011

15. Tag

Es ließe sich heute mit unserem Fort-Besuch beginnen oder - chronologisch korrekt - mit dem Frühstück. All das hat aber im Laufe der Tages an Bedeutung verloren, denn es ist der Vorabend zur Diwali, das indische Lichterfest. Dieses Fest hat hier ungefähr den Stellenwert, dem der Tag in Deutschland hätte, würden auf ihn Weihnachten und Silvester zusammen fallen. Das bedeutet für die indische Stadt: es wird alles gekauft was nicht niet- und nagelfest ist. Dabei schallt pausenlos Werbung und Musik aus den Lautsprechern am Straßenrand. Unterbrochen von Knallern und Raketen. Die Lichterketten glühen und der Stromkasten summt dazu. Jaipur ist eine einzige Shopping-Mall.

In diesem Gewusel haben wir heute eine Italienerin aufgegabelt, mit der wir dann gemeinsam in den Dschungel aus Neonröhren und bester Bollywood-Musik eingetaucht sind. Mit der holprigen Motorrikscha ging es in die Stadtmitte. Der Unterschied zwischen dem Verkehr tagsüber und dem Verkehr nachts liegt darin, dass es dunkel ist (das führt zu einem weiteren Unterschied, nämlich, dass neben der Hupe nun auch noch die Lichthupe Verwendung findet. Unvermindert stark bleibt dabei stets der Einsatz der akustischen Version). Ansonsten ist die Straße gleichbleibend frequentiert. Eine Motorrikscha erlaubt aufgrund ihrer Konstruktion einen direkteren Kontakt zum Verkehr - keine Fenster, nur Stangen, Blech und Pvc.

In der Stadt bot sich dann ein Inder an, uns die Stadt zu zeigen. Es ging dann schnurstracks in einen Juwelier-Laden (jeder zweite - nein, eigentlich jeder - Guide führt einen in einen Laden, wahlweise Juweliere, Teppiche, Tee oder Textilien. Er bekommt dann eine Kopfprämie und man selbst schlägt sich mindestens eine Viertelstunde mit mehr oder weniger interessanten Produkten herum. Zumindest gibt es immer mindestens ein Gratisgetränk). Wir gingen also weiter durch die Stadt und berauschten uns an dem kunterbunten Lichtermeer, wobei der Rausch auch aus dem Gemisch aus unverbranntem Benzin, sehr wohl verbranntem Öl und dem Duft von unzähligen Räucherstäbchen verursacht worden sein könnte.

Eins noch kurz am Schluss an alle Tempelbesitzer mit Tempelanlagen auf relativ hohen Bergen: bringt doch bitte auch ganz am Anfang der Stufen ein Schild an, dass ihr Öffnungszeiten habt. Danke.

Montag, 24. Oktober 2011

14. Tag - Die dritte Woche in Indien bricht an

Zurück in der Stadt. Ist Pushkar trotz Nabel-Funktion noch ein verschlafenes Nest, so ist Jaipur als Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan schon eine ausgewachsene Großstadt. Einwohnermäßig gesehen ist sie so groß wie Berlin.

Es ist laut, dreckig und der Uringeruch weht nicht nur so herüber, sondern ist straßenweise permanent und penetrant. Das ändert sich an den Hauptstraßen an denen die Abgase und die Garküchen das olfaktorische Regiment übernehmen. So richtig gefallen will uns die Stadt noch nicht. Im Moment sitzen wir in unserer Hotel-Enklave und warten darauf, dass morgen die Stadtführung das Blatt wenden wird. Denn an rausgehen ist hier kaum zu denken, ohne von Rikscha-Fahrern umringt zu werden. Zudem ziehen die bettelnden Kinder vor dem Hotel immer engere Kreise.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Technischer Hinweis

Zur Zeit bockt das Internet auf meinem Handy mit dem ich sonst versuche, moeglichst regelmaessig zu bloggen (Merke: Vertraue nie dem indischen Prepaid-Karten-Verkaeufer, der dir verspricht, dass das Vodafone Netz nun wirklich ueberall aber auch echt ueberall funktioniert 3G versteht sich. Meist ist es dann zwar nur GPRS und das noch nicht mal gut, aber im Moment funktioniert es halt eher nicht, als dass es funktioniert. Naja, machste nix.

Dafuer habe ich die Gelegenheit genutzt und auf der Picasa Seite ein paar weitere Bilder hochgeladen - schaut rein. So, und nun geht's auf nach Jaipur. Bis dann!

13. Tag

Pushkar. Keine Stadt wie jede andere. Pushkar ist quasi das, was Mekka fuer die Muslime, Rom fuer die Christen und Jerusalem fuer die Juden bedeutet: eine Offenbarung, ein heiliger Ort oder zumindest ein schoener. Obwohl letzteres nicht unbedingt auf Pushkar zutrifft (auch hier wird der Muell verbrannt, der Hund verkrueppelt und der Bettler ist nicht weniger unaufdringlich), ist die Stadt sehr schoen gelegen. Eingerahmt von einer gruenen Huegelkette, sammeln sich die Haeuser um einen See, der das Zentrum darstellt. Neben dem Zentrum der Stadt ist er halbtags noch das Zentrum des Hinduismus (zumindest das, was Brahma betrifft) und darum ringsherum voller Tempel, den sogenannten Ghats (diese bieten den Glaeubigen die Gelegenheit ein wenig in der trueben Suppe zu schwimmen).

Es sei dazu erlautert, dass in dieser sakralen Badeanstalt auch viele ihre letzte Ruhe suchen. Natuerlich nach dem Krematorium, sonst waer's  dort relativ schnell relativ voll. Im Uebrigen hat hier auch Mahatma Ghandi seine letzte Ruhestaette (wenn man diese bei dem regen Andrang ueberhaupt finden kann oder dazu kommt).

Nach der Stadtexkursion haben wir uns dann ein Moped ausgeliehen und sind durch den indischen Strassentumult - und auch das ist ein Euphemismus - gebraust. Wichtigste Regel: du hast immer Vorfahrt, solange du die eindrucksvollere Hupe hast und das Groessenverhaeltnis zum Kontrahenten nicht allzu ungesund wird. Alles in allem eine recht relative Sache, wenn man nicht Moped faehrt. Hier wird schnell klar an welchem Ende der Nahrungskette man verkehrstechnisch steht und zwar unzweifelhaft absolut.




Heute Abend haben wir dann die Bekanntschaft mit dem Hotelbesitzer gemacht. Dieser ist neben seiner Rolle als Lokalpolitiker auch noch Landwirt und im Blumengeschaeft taetig und nicht zuletzt ist er eben auch Hotelbesitzer. Nach seinem ersten Joint erzaehlte er uns ueber die Vorzuege des indischen Sozialsystems, dass solange grossartig ist, solange man maennlich ist, eine Vorliebe fuer Whisky hat und sich den Spass am besten nicht erarbeiten muss, da man per Kaste dort hineingeboren wird. Naja, Glueck hat man eben - oder eben nicht.

Samstag, 22. Oktober 2011

Der 12. Tag

Nach dem Frühstück stiegen wir heute wieder ins Auto, um uns auf die sechsstündige Fahrt nach Pushkar aufzumachen.

Dabei ging es durch die Berge und damit durch sich eng windende Serpentienen der indischen Art. Eigentlich waren die Serpentienen noch recht normal; relativ sportlich geschnitten, erreichten sie erst in Kombination mit der Mentalität im indischen Straßenverkehr ihr volles Potential. Keine Lücke ist zu klein, kein Lkw zu breit - da wird auf die Hupe gedrückt und durchgefahren (ich vermute, dass Indien mit das einzige Land ist, in dem Hupen zum ständigen Repertoire des Ersatzteilehändlers gehören - als Verschleißteil, direkt neben Gaspedal, Stoßdämpfer und Außenspiegel).

Im Hotel angekommen, testen wir sofort den Pool. Auch wenn man nicht bis ganz zum Grund gucken konnte, beruhigte der leichte Chlorgeruch, sodass Julian gleich eine Runde schwamm.

Gleich geht es dann ins bzw. aufs Dachterrassenrestaurant, wo es neben dem Essen wieder ein paar Tanzeinlagen geben wird.

Freitag, 21. Oktober 2011

11. Tag

Auch hier ist die Multifruchtmarmelade keine Unbekannte mehr. Insofern war das Frühstück keine Überraschung sonder eher wie eine Konstante, die uns wohl in ganz Indien nicht mehr verlassen wird. Wir hoffen, dass Ausnahmen die Regel bestätigen werden.

In Udaipur selbst haben wir heute eine Fort-Besichtigung und eine Bootsfahrt gemacht. Am Abend haben wir Folklore getanzt, bzw. uns angeschaut, wie hier Folklore getanzt wird.

Da ich mir heute das ein oder andere indische Bier gegönnt habe, fällt der Eintrag relativ knapp aus. Darum: Cheers und bis morgen!

Picasa

Auweia, dass dauert laenger als gedacht, aber hier gibt es einen Link zu weiteren Foto's. Ich hoffe, dass es von Internet-Cafe zu Internet-Cafe mehr werden (der Upload dauert relativ lange):

https://picasaweb.google.com/116301340172029582707/IndienDelhiErsteTage?authuser=0&authkey=Gv1sRgCPyZ7a3Ir7L2EA&feat=directlink

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Am zehnten Tag der Reise

Der Tag begann mit einem kontinentalem Frühstück, was hier soviel bedeutet, wie Toast plus Butter plus Multifruchtmarmelade (vorsichtshalber sind dort wirklich alle Früchte abgebildet - ähnlich undifferenziert schmeckt sie dann auch. Aber ist ja schließlich Marmelade und keine Konfitüre). Begleitet wird die knusprige Scheibe von Instant-Kaffee oder Chai, also schwarzem Tee. Der Instant-Kaffee läuft dem Tee übrigens den Rang als Lieblingsgetränk der Inder ab.

Nach diesem Mahl obsiegte die Neugier und wir suchten den Busch nach ein paar Exemplaren der hiesigen Fauna ab. Das Glück meinte es gut mit uns und wir fotografierten ein paar Äffchen beim Versuch Plastik zu essen (na, da lob ich mir doch die Multifruchtmarmelade). Die Einladung auf den morgendlichen Tee war flach gefallen, da schon alle arbeiten waren und wir praktisch vor verschlossenem Bretterverschlag standen. Der kleine Junge strahlte trotzdem über beide Ohren, als er uns wieder sah, er war der einzige, der nicht arbeitete, nicht zur Schule ging (das ging aus finanziellen Gründen nur für ein Kind der Familie) und somit den Schuppen vor was oder wem auch immer bewachte.

Am Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg nach Udaipur. Auf dem weg passierte ungewöhnliches. Nicht auf der Straße und auch nicht auf dem Feld, nein, am Himmel fand sich folgendes spektakuläres, wenn nicht gar dramatisches Ereignis: eine Wolke oder vielmehr die Andeutung einer solchen. Zur Erinnerung, wir haben hier immer noch passable 33 Grad und waren diesem Anblick seit unserem Abflug in Düsseldorf praktisch völlig entwöhnt. Entsprechend überschattet war unsere Ankunft.

Wir residieren hier in einem alten Haveli, was im deutschen in etwa einem alten Kaufmannshaus entspricht, dass man zum Hotel umgebaut hat. "Unser" Kaufmann hatte keine Platzprobleme (30 Zimmer), wohl aber Angst vor großen Badezimmern (Klo, Dusche und Waschbecken befinden sich quasi am selben Platz) und einer funktionierenden Klospülung. Naja, wir sind gespannt auf das hiesige kontinentale Frühstück (laut Karte gibt es lediglich Abweichungen in der kreativen Schreibweise von "jam" und "butter") und sagen bis bald und Tschüss!

Mittwoch, 19. Oktober 2011

9. Tag

Der neunte Tag neigt sich dem Ende zu und wir ziehen wie jeden Abend ein Resümee. Zuerst einmal - was für ein Tag! Begonnen hat er mit einem weiteren Fort mit einer weiteren Audioführung, die einem quasi zu jeder noch so kleinen Kitsche im Beton - oh, pardon - rotem im örtlichen Steinbruch handgeschlagenem Wüstensandstein, den es definitiv nur einmal und dann auch nur hier gibt, eine Geschichte erzählen konnte (eindeutiger Vorteil von Audioführungen: der Forward-Knopf). Es wäre also recht eintönig geblieben, wäre nicht eine Busladung West-Bengalischer Mädchen aufgekreuzt, die mit ihrem Klassenlehrer auf der Klassenfahrt eben jenes Fort besuchten. Nicht nur, dass die Mädchen den drollig brabbelnden Audioguide übertönten und lautstark nach mehr als nur dem ein oder anderen Foto mit uns als weißen Touristen verlangten, nein, der Klassenlehrer feuerte sie dazu auch noch an. Als dann auch noch Musik von der Seite spielte brachen alle Hemmungen und erst wurde Eva, dann ich in den Kreis frenetisch tanzender und vergnügt johlender Mädchen mit einbezogen. Unversehens stand ich im Zentrum einer ausgelassen tanzenden Menge. Anfangs peinlich berührt, ging es dann auch mit uns richtig ab (wie man halt so abgeht mit Kamera in der Rechten, Audioguide in der Linken und Wasserflasche unterm Arm).

Danach ging es dann mit dem Auto nach Ranakpur. Ranakpur liegt am Rande des Dschungels und verspricht daher Affen, Elefanten, Tiger und Malaria. Entsprechend ausgerüstet haben wir unser Zimmer in eine Festung verwandelt, zumindest was die Mücken betrifft.

Am Abend haben wir uns dann noch mit unserem Fahrer unterhalten, der uns kurzerhand für die letzte Nacht in sein Haus zu seiner Familie eingeladen hat. Außerdem sind wir mit ihm bei ein paar Bauern gewesen, die mitten im Busch unter ein paar losen Holzplanken leben. Die Einladung was so spontan wie herzlich: ein kleiner Junge lief uns über den Weg und fragte, ob wir zu ihm nach Hause wollten. Der Spaß wurde ernst und keine zwei Minuten später saßen wir vor dem Bretterverschlag seiner Familie (Hütte wäre zu viel gesagt und an ein Haus würde man bei so etwas gar nicht denken). Aus dem Bretterverschlag holte die Mutter dann ein paar Früchte (ich weiß bis jetzt nicht was das war, aber es war süß und ich lebe noch, also bestimmt Früchte) und die Kinder drucksten vergnügt um uns herum. Morgen werden wir sie wiedersehen, wir sind zum Tee eingeladen, diesmal von der Mutter der Familie.

Am Ende eine Frage, vielleicht kann mir da jemand per Mail helfen oder eine Anleitung geben: wie und wo kann ich viele und vor allem größere Fotos einfach und kostenlos hochladen und dann veröffentlichen, am besten hier im Blog?

Dienstag, 18. Oktober 2011

Achter Tag

Nachdem wir heute die Wüste verlassen haben, ging es im Auto weitere 6 Stunden gen Osten, nach Jodhpur. Auf dem Weg fällt besonders eins auf: die gähnende Leere von Stadt zu Stadt, unterbrochen nur von einzelnen Garagenhäusern, Buden und Bretterverschlägen. Dazwischen Bauern mit ihrem Land, Kamelen, Kühen und Ziegen. Von Landwirtschaft will man hier gar nicht sprechen, so weit zurück wirken die Methoden. Sieht man die Mistgabeln und Sensen, mit deren Hilfe die Garben aufgehäuft werden. Und mit welchem Tempo die Kamele diese dann in die Hütten karren, fragt man sich, ob es wirklich möglich ist, damit eine so riesige Bevölkerung zu ernähren und wenn man sich den Transport anguckt vor allem: rechtzeitig. Aber, und das haben wir hier schon oft erfahren, der Inder kriegts hin, irgendwie. Und wenn der Nachbar noch Strom braucht, wird er angeklemmt, bis der Sicherungskasten aufgibt; und dann werden Kerzen angemacht und es wird gefeiert - gemeinsam. In Indien ist man nicht alleine. Erst recht nicht im Dunkeln.

Gerade sitzen wir auf der Dachterrasse von unserem Hotel, die gleichzeitig ein Restaurant ist und von wo man eine wunderbare Aussicht auf ein Fort hat, das auf einer die Stadt überragenden Anhöhe liegt. Hier gibt es vernünftiges Essen zu unvernünftigen Preisen. Aber die Rechnung kommt ja erst nach dem Essen und man soll ja genießen, solange man kann. Bei indischen Gerichten haben wir mittlerweile einen durchfall-sicheren Favoriten: Butter Nan. Ein in der Pfanne gebackenes Brot mit Butter drauf. Nichts weltbewegendes, aber wie gesagt, es hat gewisse Vorteile, die anderes indisches Essen nicht hat.

Wir wünschen uns daher viel Glück bei der Wahl auf der Speisekarte und bestellen viele Grüße nach Hause!

Montag, 17. Oktober 2011

Nach einer Woche - Tag sieben

Ein Hallo aus der Wüste Thar (wenn es eins in Indien gibt, dann Handy-Masten), die Wüste, die Indien von Pakistan trennt und in der wir die nächste Nacht verbringen. Hierher gekommen sind wir auf dem Rücken von Kamelen. In der Zeit, in der die Guides das Abendessen zubereiten, genießen wir den Sonnenuntergang über den Dünen.

Am Vormittag haben wir noch die Innenstadt von Jaisalmer unsicher gemacht. Angeführt von "Magnum" - zumindest passte seine Oberlippenpracht gut zu seinem offenen Hemd und der stilsicheren Sonnenbrille. Er zeigte uns so das offene oberirdische Kanalsystem, ein paar Jain- und Hindi-Tempel sowie gefühlte 3.000 Gebäudefassaden mit mal muslimischer und mal hinduistischer Fasson (sicherlich gab es da bestimmt Unterschiede, aber die lagen dann wohl im Detail vom Detail).

Bemerkenswert ist, dass die einzige Attraktion in Jaisalmer - ein riesiges Fort - zusammenzustürzen droht, weil zu viele Touristen zu viel auf Toilette gehen. Ähnlich einer undichten Badewanne bilden sich an der Unterseite dunkle Stellen.

Anbei ein paar Bilder. Wir haben nun schließlich einen riesigen Sternenhimmel zu betrachten. Tschüss.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Am Tag sechs unserer Reise

Entspannte sechs Stunden Autofahrt später haben wir soeben Jaisalmer erreicht. Weniger unterbrochen durch Kühe, denn als durch Verlagerungen indischer Militär-Kamele. Jaisalmer ist eine Wüstenstadt und lebt von Tourismus, Militär und Kamelen. Der Nachteil ist, dass man hier als Tourist nicht alleine vor die Tür gehen kann, ohne gleich von einer Traube einheimischer Kinder umringt zu werden. Das ganze wäre nicht so tragisch, würden diese einen nicht mit "Heinrich" und "Wolfgang" anrufen und für kleiner Geld eine Führung durch die Stadt anbieten. Zahlt man allerdings einem den mageren Lohn, so hätte dieser mehr Mühe, die anderen Kinder vom hofieren und betteln abzuhalten, als Zeit, uns die Stadt zu zeigen. Einmal mehr zeigt sich dabei die ungleiche Entwicklung in der indischen Bevölkerung. Während besonders in großen Städten viele gut betuchte Inder deutsche Limousinen auf Einfahrten parken, wo hinter Zäunen der große Pool aus italienischen Marmor lockt, hat der Nachbar vielleicht gerade mal ein Hemd und genug Hose, um seine Beine damit zu bedecken.

An dieser Stelle ist vielleicht auch ein guter Zeitpunkt, um unseren Fahrer vorzustellen. Eigentlich sind es zwei, aber der zweite sagt nichts zu uns, da er kein englisch kann, außer "My friends". Wir haben daher nun leider auch seinen Namen vergessen. Auch würde ich fast eher von freiwillig unfreiwilligen Mitreisenden sprechen, da sie vor bis zum 29.10. begleiten bzw. mit ihrem Tata durchs Land fahren. Meenoj - so heißt der Fahrer - ist 25 Jahre alt, arbeitet seit 9 Monaten bei der Reiseagentur und hat 7 Geschwister. Er selber ist schon seit 10 Jahren verheiratet (Zitat Meenoj: "One life, one wife") und hat zwei Kinder, die 5 und 7 Jahre alt sind. Laut Meenoj ist das Leben hier für ihn recht langweilig, da er ständig 14-tägige Routen fährt und nur alle drei Monate ein bisschen mehr Zeit für seine Familie hat, bei welcher Gelegenheit seine Frau ihm wohl zuerst sämtliche zu zahlende Rechnungen vorlegt. Dafür hat die Frau in Indien wenig zu melden. Obwohl sie nicht schlecht behandelt wird, hängt ihr Lebensweg stets von der Familie ab. Auch Eva erfährt schiefe Blicke, wenn sie bezahlt, sie jemanden anspricht, wenn ich dabei stehe oder wenn sie im Restaurant bestellt.

Meenoj war erstaunt davon zu erfahren, dass wir noch nicht verheiratet sind und ich noch kein Haus habe. Dass die indische "Vorgehensweise" bei der Ehe in unserem Kulturkreis eher als Kinderhochzeit im Rahmen einer Zwangsheirat bezeichnet würde, haben wir für uns behalten.

Letztlich sind wir aber sehr froh, unseren Meenoj zu haben und freuen uns, dass er uns noch bis zum Ende des Monats begleiten wird bzw. muss.

Indes warten wir nun in unserem goldenen Käfig auf morgen und der für mittags angesetzten Kamel-Safari.

Samstag, 15. Oktober 2011

Fünfter Tag

Heute führte unsere Reise weiter Richtung Westen, nach Bikaner. Dabei haben wir wieder den ganzen morgen im Auto verbracht. Um unseren Fahrer zu entlasten, haben wir uns zur Abwechslung einmal selbst hinters Steuer geschwungen. Während Eva ohne Probleme den Linksverkehr meisterte, dauerte es bei Julian keine halbe Minute und das Auto hatte einen Steinschlag und wäre beinahe auf einen Lkw aufgefahren. Jeder tut was er kann. In diesem Fall wollte der Fahrer dann doch recht schnell wieder ans Steuer. Die Entspannung hielt sich bei ihm damit in Grenzen.

Nach der Fahrt sind wir dann in den Rattentempel gefahren, der wohl recht sehenswert sein sollte. Während wir uns also auf hölzerne und marmorne, aber auf jeden Fall kitschige Rattenskulpturen einstellten, sah und vor allem roch die Realität ganz anders: Ratten, aber in echt und zahlreich. Begleitet vom luftigen Pendant, der Taube. Neben der Kuh gilt den Indern die Ratte als heiliger Tier - wahrscheinlich, weil sich der Kuh in dieser Form kein Tempel bauen ließ. Kühe dürfen übrigens überall frei herumlaufen und dürfen dabei nicht gedrängt werden. Neben den Schlaglöchern ein elementarer Faktor bei der
Geschwindigkeit und allgemeinen Fahrzeit.

Nach dem kurzen Trip in den Schrein der Kanaltölpel ging es zur staatlichen Kamelfarm. Ein Höhepunkt des heutigen Tages. Dem Kamelfachmann sei
gesagt, dass es sich um genau vier Arten handelte, die vor allem durch verschiedene Städtenamen und durch ihre Milchleistung unterschieden werden.

Zum Abschluss des heutigen Tages werden wir noch auf eine Kirmes gehen, die im Vorfeld der Lichterfestes - Diwali - stattfindet. Bis morgen und alles Gute!

Freitag, 14. Oktober 2011

Tag Nummer vier

Heute ging es auf nach Mandawa. Nachdem wir um sieben Uhr unsere Klitsche geräumt hatten, holte uns unser Fahrer ab und stürzte sich mit uns in den achtspurigen Stadtverkehr auf der circa dreispurigen Straße. Dabei ging es nun um 160 Kilometer Fahrt. Geübte A 40 Fahrer planen hierfür maximal eineinhalb Stunden ein - wir brauchten geschlagene sechs. Manch ein Feldweg in Deutschland würde vor Neid erblassen, würde es mitbekommen, über wie viel Schotter und welche Schlaglöcher eine indische Landstraße verfügt.

Dafür haben wir nun viel vom ländlichen Indien gesehen und ein Hotelzimmer bekommen, das echt mal was her macht. Wir teilen es uns mit einer Hornisse und zwei Salamandern. Weil alle drei recht ruhig sind und auch immer brav den Klodeckel runterklappen, werden sie akzeptiert.

Wir werden nun noch ein bisschen durch die Stadt schlendern und den Abend genießen. Namaste, Freunde!

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Der dritte Tag

Heute haben wir endlich unser chinesischer Visum erhalten. Außerdem hat sich unsere Route ein wenig verändert. Wir beginnen nun doch über Bikaner und fahren von dort aus nach Jaisalmer. Hier gibts dann eine Wüsten-Safari. Danach folgen Jodhpur, Ranakpun, Udaipur, Pushkar, Ranthambore, Jaipur und Agra. Ab Agra fahren wir mit dem Zug nach Varanasi und von dort über Rishikesh nach Amritsar. Von da geht es wieder nach Delhi, wo wir dann wieder vom 8. bis zum 10. November übernachten um von dort nach China zu kommen.

Heute haben wir einen Großteil des Tages mit Sight Seeing verbracht. Es sind auch gefühlte vier tausend Bilder entstanden, welche noch weiterer Sondierung bedürfen. Dabei haben wir viele Gärten gesehen voll mit Papageien, Streifenhörnchen und Götter-Bildern. Wobei vor besonders die Swastika, also das Sonnenkreuz, ins Auge fiel. Vielen auch bekannt als Hakenkreuz. Hier steht das Symbol übrigens für Hoffnung. Naja. Da hatten wohl manche Leute unterschiedliche Vorstellungen.

Außerdem waren wir auf dem Bazar und haben nach zähen Verhandlungsrunden einen Schal, Ohrstecker und ein T-Shirt erstanden. Dabei wurden alle Register gezogen. Auf beiden Seiten. Den drei Meter großen Holz-Elefanten liefert es auf Wunsch auch direkt nach Hause. Nur waren ihm 2000 Rupien dann doch nicht genug.

Wir hoffen, euch geht es allen gut, und es ist nicht allzu kalt ;) hier ist es nämlich mittags noch an die 35 Grad warm. Viele Grüße

Mittwoch, 12. Oktober 2011

2. Tag

Alles ist wieder da. Selbst die Laune, die am Ende des ersten Tages knapp über der Fußbodenleiste hing. Mittlerweile haben wir auch auf eine indische Handy-Karte umgestellt. Außerdem ist das chinesische Visum in Auftrag gegeben, während unser Fahrer geschlagene 4 Stunden im Auto gewartet hat. Nun zur weiteren Route: nach delhi fahren wir nach agra, von wo aus wir nach Ranthambour durchstarten. Von da aus geht es über Jaipur über Udaipur nach Pushkar und am 24. sollten wir dann in Jodhpur sitzen. Nach diesem puren Stück geht es über Jaisalmer nach Delhi und von dort nach Amritsar. Ankunft in Amritsar am 1.11. Ab da geht es dann langsam zurück nach Delhi.

Aber zurück zu Delhi: eine Stadt, mit vollen Straßen und noch volleren Gassen. An jeder Ecke kocht etwas, verkauft jemand etwas oder hupt etwas. So unterschiedlich auch alles ist, So ist den Sachen doch eins gemein: sie stinken. Nicht im Sinne von riechen, nein, eher im Sinne von zu lange, Lösemittel und kein Kat. Auch wenn eher vielleicht nicht allzu schön klingt, so ist uns vor allem aufgefallen, wie freundlich und hilfsbereit die Inder sind und bisher gab es nur wenig Rupien zu verteilen.

Unvergleichlich ist auch die Armut und das Elend, dass sich in mancher Seitengasse abspielt. Man kommt sich vor wie in einer Reportage im Fernsehen und steht doch mitten drin. Nur das für einen selbst die Option Shanghai, London, Düsseldorf besteht und nicht hungern, tote Taube gegessen, Rinnstein.

Nachdem wir heute noch relativ viel Bürokratie im Weg hatten, wird es morgen endlich los gehen. Hoffentlich ausgeschlafen und frisch.

Aprospros frisch: das erste richtige indische Essen hat bisher noch keinen Umweg gesucht ;)

Dienstag, 11. Oktober 2011

Der erste Tag

Nachdem zuerst das Gepäck einen verlängerten Aufenthalt in London verkündet hatte, nimmt auch die Visa Karte eine Auszeit - und verschwand im Automaten. Gleichzeitig gibt es aber auch Erfreuliches: die Inder sind ein sehr hilfsbereites Völkchen.

Indes haben wir unsere weitere Route geplant und auch gebucht.

Ankunft

Während unser Gepäck in London bleibt, sind wir nun endlich angekommen. Und, was soll man sagen, dasist kein Kulturshock, sondern schon eher ein Kultur-Gau. Das Bad, naja, sagen wir der Raum in dem erkenntlich zwei Rohre hervorstarren, stehen zwei Schüsseln. Wir sind uns noch unschlüssig welche für welches Geschäft ist. Laute Straßen, Massen an Menschen und die mollig warmen Temperaturen haben uns nun erstmal erschlagen.
Nachher wird erst einmal die Lage gepeilt und geschaut, was in Delhi so geht. Also, soweit erstmal viele Grüße aus dem Moloch!

Freitag, 7. Oktober 2011

Vor dem Abflug

So. Bald ist es soweit, der Flieger wird über London nach Neu Delhi abheben. Die Tasche wird gepackt, der Reisepass gezückt und das Mückenspray im Anschlag: Indien kann kommen. Ja, nein, also.. Indien, wir kommen

Von nun an keine Geschichten mehr über Malaria und multilateraler Encephalitis, Rudeln von tollwütigen Rhesus-Äffchen oder Indern, die eine rechts-links Schwäche haben.

In Zukunft werde ich bzw. werden wir hier unregelmäßig - d.h. soweit wir einen wlan-Punkt sehen - hier berichten und photographische odeuvre präsentieren. Natürlich dürft ihr euch mit den Kommentaren nicht zurückhalten, sonst nimmt es der ganzen Sache den Spaß.

Also, ich wünsche mir respektive uns eine schöne Zeit und natürlich auch euch, die ihr in Deutschland bleibt und derweil den farbenfrohen Herbst mit Glühwein und Vick-Vaporub (die Sangria Zeit ist ja seit letztem Freitag passé) verbringt und genießt ;-)

Auf Bald

Eva & Julian